Wir haben uns verliebt

In Sambia sind wir sofort mit der Vergangenheit Europas konfrontiert. Der 1. Weltkrieg endete nämlich genau hier. In der Stadt Mbala im Norden. Der Waffenstillstand wurde zwar von Deutschland am 11.11.1918 unterzeichnet, doch der Oberbefehlshaber der Truppen in Deutsch Ostafrika erfuhr davon erst später und kapitulierte am 25.11.1918. Damit endete auch das deutsche Kolonialreich.

Mbala ist eine verschlafene Kleinstadt. Allein das alte Gefängnis und ein unscheinbares Denkmal im Zentrum erinnern an das Ende des 1. Weltkrieges.

Sambia ist seit der Unabhängigkeit (1964) ein stabiles und friedliches Land mit über 70 Ethnien und 21 Millionen Einwohnern. 10 x so groß wie Österreich, die Kontur ähnelt einem Herz. Sehr bald haben wir unseres an dieses Land verloren.

Seitdem wir beschlossen haben, August in Lusaka zu parken, sind wir sehr entspannt, was die Reiseroute anbelangt. Sambia ist reich an Wasserfällen, Flüssen und Sümpfen. Rund 1/3 der Wasservorräte Afrikas findet man hier. Bei Wasserfällen sind wir immer etwas skeptisch, doch bei den Lumangwe Falls sind wir beide sehr beeindruckt. Es sind nach den Viktoriafällen die zweitgrößten und wir haben sie ganz für uns alleine!

Die Menschen sind unglaublich nett, haben ein freundliches Lächeln, winken uns zu, manche machen sogar einen Knicks. Wir fühlen uns willkommen in diesem friedlichen Land.

Im Oberlauf des Luangwa finden wir ursprüngliche, traditionelle Dörfer, ziemlich unberührt vom Tourismus und anspruchsvolle Pisten, die nur in der Trockenzeit passierbar sind. Wobei Piste vielleicht nicht das richtige Wort ist, denn manchmal ist es eher ein Fußpfad. Und manchmal stehen wir mitten am Dorfplatz und wissen gar nicht, wie es weitergehen soll.

Wir verbringen ein paar Tage direkt am Flussufer und lernen Fischer kennen, erfahren viel über ihre mühsame und nicht ungefährliche Arbeit. Wir besuchen uns gegenseitig in unseren Lagern, tauschen Fisch gegen Zigaretten und Lebensmittel. Und haben großen Respekt vor den Männern, die ein äußerst einfaches Leben hier führen.

Bei der Weiterfahrt nehmen die Tiere überhand. Noch nie haben wir so viele Flusspferde und Krokodile gesehen! Die Wildnis, die wunderbare Natur Afrikas hat uns wieder. Auf Tuchfühlung mit Tieren, hautnah. Das lieben wir!!

Nach Wochen brauchen wir Abwechslung und die finden wir beim Erntedankfest der Tonga in Monze. Auch hier sind wir beeindruckt, vor allem vorm Respekt, der Ehrfurcht und Verehrung, die dem Chief entgegengebracht werden. Es wird gesungen und getanzt. Gegessen und getrunken. Eigentlich ähnlich wie in Österreich, und doch total anders.

Einmal müssen wir noch zu den Tieren, wir können einfach nicht genug bekommen. Das Sambesi Tal ist wunderschön, der mächtige Strom gesäumt von Auwäldern und den Bergen im Hintergrund. Die Stimmung am Spätnachmittag ist zum Niederknien. Zudem sehen wir so viele Tiere!

Sambia zeigt sich nochmals von der schönsten Seite, macht uns den Abschied gar nicht so einfach. Wir freuen uns jetzt schon auf die Fortsetzung unserer Reise.