Viele Landstriche gefallen uns in Namibia, der Caprivi-Zipfel ist einer davon. Dort gibt es einen kleinen, feinen Nationalpark, den wir lieben. Wenig Besucher, keine Infrastruktur. Und, wie wir jetzt in der Regenzeit feststellen, auch wenige Tiere. Dafür landschaftlich schön, üppig grün und mit einer großartigen Vogelwelt.
Je weiter wir nach Westen fahren, umso geringer wird der Niederschlag. In Tsumeb gibt es nicht nur einen Campingplatz mit einem 50-m-Sportbecken, sondern auch 3 Supermärkte, einen deutschen Fleischer und einige Baumärkte. Es ist eine der wenigen Städte, wo man am Straßenrand noch Obst und Gemüse kaufen kann, also noch afrikanisch angehaucht.
Wir decken uns mit Proviant ein, bevor es weitergeht Richtung Kaokoveld und Damaraland, eine dünn besiedelte, wunderschöne Ecke Namibias. Von Duncan, einem Original aus Namibia, bekommen wir wertvolle Tipps an einem äußerst unterhaltsamen Abend.











Und so verbringen wir Wochen auf Pisten in Gesellschaft von Elefanten, Giraffen und später auch Freunden. Im Huab-Tal treffen wir uns mit Elke und Alex aus Kärnten, folgen dem Fluss, der teilweise Wasser führt. Queren den Ugab-Fluss und verbringen ein paar Tage am Fuße des Brandbergs, der höchsten Erhebung Namibias (2.573 m). Elke und ich haben gemeinsame Interessen, u. a. Sport. Jeden Morgen gibt es eine Bewegungseinheit, bevor die Sonne an Kraft zulegt. Ganz nach meinem Geschmack! Und Peter hat nun endlich einen ebenbürtigen Gesprächspartner, um technische Themen zu diskutieren.




















Die Gegend ist reich an Bodenschätzen. Es gibt viele Minen, manche davon sind schon aufgelassen. Hier treffen wir die nächsten Freunde, Gabi und Erhard. Erfahrene Afrikafahrer, die wir 2008 in Botswana kennengelernt haben. Ihr treues Reisegefährt ist ein Land Rover der Serie 2, ein Schmuckstück! Die Österreicher sind gerade zu Gast bei einem namibischen Freund, der in den Gobabos-Bergen Amethysten abbaut. Und so lernen wir Jody und Ilse kennen. Bekommen einen Einblick in ihr einfaches, karges Leben und die gefährliche Arbeit. Wir sind schwer beeindruckt.
Mit Gabi und Erhard erkunden wir den Messum-Krater, finden Felsmalereien der San und klettern auf Berge. Vom Gipfel erkennt man erst das wahre Ausmaß des Kraters (ca. 20 km), der sogar manchmal vom Küstennebel beglückt wird.















Wir ziehen weiter an die Atlantikküste, nehmen ein Bad im Toten Meer Namibias, bleiben eine Nacht am wohl hässlichsten Campingplatz des Landes, bevor wir schließlich in Swakopmund ankommen. Hier treffen wir schon wieder alte Bekannte. Rein zufällig Bo, den wir vom Africa Burn 2023 kennen. Mit diesem Partytiger verbringen wir einen lustigen Abend.
Nikola hingegen haben wir in Sambia kennengelernt. Die deutschstämmige Namibierin arbeitet als Fremdenführerin in Swakop und zeigt uns ihre Stadt. Seit 4 Generationen lebt ihre Familie schon hier. Mithilfe alter Fotos erläutert sie die Geschichte der Stadt und auch der Deutschen. Ein paar Jungs kommen näher, aber nicht um zu betteln, sondern um sich die Bilder anzusehen. Sie sind echt interessiert und Nikola bindet sie gleich ein.
Als Hafenstadt hat sich Swakop nie bewährt, dafür ist es nun ein Urlaubs- und Touristenzentrum und eine Schulstadt. Obwohl gerade Nebensaison ist, laufen für meinen Geschmack viele Touristen herum. Überall hört man Deutsch. Angeblich kommen pro Jahr 600.000 Besucher nach Namibia. Rechnet man die Visagebühren von ca. € 80 pro Person hoch, die im April 2025 eingeführt wurden, so kommt man auf die stolze Summe von fast € 49 Millionen. Was passiert mit dem Geld, möchte ich wissen. Das ist eine gute Frage, bekomme ich zur Antwort.
Nach einer Woche haben wir genug von der Zivilisation, sehen uns nach Weite und Einsamkeit. Die finden wir an der Spitzkoppe und in den Erongobergen. Wir atmen auf und tanken Energie, bevor es nach Windhoek geht.














In erster Linie arbeiten wir hier und wir geben viel Geld aus. Das meiste für unser Fahrzeug. August bekommt 3 neue Reifen, eine neue Starterbatterie, Ersatzfedern, eine Kühlerreparatur, neue Simmerringe, neue Öle in Getriebe und Motor. Peter beseitigt Rost an der Fahrerkabine, schmiert die Kardanwelle, repariert den Blinker und die Wasserpumpe im Aufbau, während ich schleife und streiche und gröbere Putzarbeiten durchführe.
Wir wollen so viel wie möglich erledigen, damit August für die Heimreise im Herbst 2026 gut in Schuss ist. Das einzige was wir nicht finden, ist eine Windschutzscheibe. Alle sind um 10 cm zu hoch und müssten zugeschnitten werden, doch niemand scheint damit Erfahrung zu haben. Vielleicht haben wir im September mehr Glück oder Peter schneidet sie selber … Er hat ja nun 5 Monate in Österreich Zeit um zu üben.




