Peng!!!! Geplatzt ist unser Traum vom Winter in Österreich. Wir müssen zurück nach Sambia, um das Zolldokument für August höchstpersönlich umstempeln zu lassen. Ende November 2025 landen wir in Lusaka, erledigen den Papierkram und wissen nun gar nicht recht, wo wir hinreisen sollen. Die Regenzeit macht unseren ersten Plan, nach Angola zu fahren, zunichte. Sollen wir nach Simbabwe oder Botswana? Dort regnet es auch. Noch einmal nach Südafrika? Oder über Namibia nach Angola und wieder zurück? Und wie geht es langfristig weiter? Verschiffung nach Südamerika? Ganz schön viele Optionen…
Ähnlich geht es Freuden von uns. Yvonne und Rene überlegen, in den Oman zu verschiffen und von dort über Saudi-Arabien nach Europa zu reisen. Super Idee! Interessiert uns auch! Wir könnten uns die Verschiffungskosten teilen auf dem flat rack. Das stellt sich allerdings als unmöglich heraus. Die Kosten sind generell zu hoch, egal, ob wir Angebote für Südamerika oder Arabien einholen. Ein neuer Plan muss her.
Wir treffen uns mit Yvonne und Rene in Lusaka, diskutieren nächtelang, planen und verwerfen. Die einzige Möglichkeit, am Landweg nach Europa zu gelangen, führt über Westafrika. Momentan geht das auch, wenn auch etwas schwierig durch manche Länder. Die Idee nistet sich in unseren Köpfen ein. Unsere deutschen Freunde fragen uns, ob wir uns vorstellen könnten, mit ihnen diese Route zu fahren. Ja, klar. Können wir. Aber wollen wir das auch? Vor 18 Jahren sind wir schon mal diese Strecke nach Hause gefahren.
Nach zwei Tagen sagen wir zu. Rene freut sich wie ein kleines Kind. „We’re going to the Congos“, singt er jeden Tag und grinst dabei. Wir fixieren ein Datum. Im September 2026 wollen wir von Namibia aus starten. Endlich gibt es einen Plan! Wir sind jetzt schon ganz aufgeregt. Wenn alles glatt läuft, werden wir mit unserem Lkw im Sommer oder Herbst 2027 in Österreich sein.
Als Probefahrt machen wir uns mit Yvonne und Rene auf ins Sambesi Tal. Es hat zwar schon geregnet dort, die Pisten sind aber noch befahrbar. Es ist schwül und heiß. Die Landschaft erstrahlt in sattem Grün, in vielen verschiedenen Schattierungen. Ein wunderschöner Kontrast zu den orangeroten Pisten. Doch bald macht der Himmel seine Schleusen auf. Nach nur drei Stunden Regen verwandeln sich manche Strecken in eine Rutschpartie. Wasser ist überall. Wege werden zu Bächen. Pisten beginnen wegzubrechen. August rutscht gegen einen Baum und kurz darauf bleiben wir stecken. Das rechte Hinterrad bricht ein. Schlamm vom Feinsten! Wir schneiden einen Baum weg, schaufeln und schließlich kann uns Rene rausziehen. Damit haben wir nicht gerechnet, immerhin ist August um fast vier Tonnen schwerer als der Toyota Landcruiser Buschcamper.






Insgesamt verbringen wir zwei Wochen mit den Deutschen. Rene hilft uns beim Arbeiten am August. Rechtzeitig vor Weihnachten bekommt unser Lkw ein Geschenk. Einen neuen Mantel!
Wir haben von Österreich Folien mitgenommen, die nun am Aufbau angebracht werden. Dank Rene schaffen wir diese mühsame Arbeit in einer Woche. Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis, es gefällt uns wirklich gut!









Mit dem schönen August fahren wir nochmal ins Sambesi Tal, an den Kariba-Stausee. Die Manager der Lotri Bay Lodge begrüßen uns herzlich. Wir sind die einzigen Gäste. „Wisst ihr wie wir den Tachometer eures Fahrzeuges in Südafrika nennen?“, fragt uns Bruce. Die Antwort kommt prompt von ihm: „Kalender!“ Gefolgt von schallendem Gelächter. Wir fühlen uns sogleich wohl hier, trotz der Hitze. Gleich noch ein Ratschlag vom Südafrikaner: Nicht zu knapp zum Ufer gehen, letztes Jahr wurde sein Hund vom Krokodil gefressen. Und bei den Einheimischen gibt es immer wieder tragische Unglücksfälle.
Jeden Morgen kommt uns eine Zebrafamilie besuchen und bei den Wanderungen sehe ich Antilopen, Affen, noch mehr Zebras und viele Vögel. Gewittertürme bauen sich auf und täglich entladen sich die Wolken über uns. Zeit weiterzufahren, bevor die Pisten unpassierbar werden.
Weihnachten verbringen wir auch wieder alleine, es sind so wenige Reisende unterwegs. Geschenke gibt es keine, dafür belohnen wir uns mit gekochten Rindfleisch und Bananenkuchen, Spaziergängen und lautem Vogelgezwitscher überall.



Den Jahreswechsel wollen wir in Livingstone feiern, wir leisten uns einen teuren Campingplatz am Sambesi und Krokodilpizza im Restaurant. Am Fluss wimmelt es nur so vor Ausflugsbooten. Eines legt an. Von Bord strömen ca. 50 besoffene Partytiger. Diesen Vorsprung holen wir nicht mehr auf …
Mit unseren vollen Bäuchen sind wir so müde, dass wir lange vor Mitternacht einschlafen. Macht auch nichts! Prosit Neujahr!
Unsere Tage in Sambia sind gezählt. Wir fahren entlang des Sambesi Richtung Namibia. Ein Fehler! Die Straße ist eine Katastrophe. Gebaut und finanziert wurde sie von Deutschland. Das war 2004 … Kleine Asphaltstückchen sind noch vorhanden, der Rest besteht aus Schotter, Staub und vor allem Schlaglöchern! Peter muss sich beim Fahren so konzentrieren, dass er von der Landschaft nichts mitbekommt. In der flachen Sumpfebene blühen gerade überall weiße, duftende Lilien und 1000e Vögel tummeln sich darin. So schön! Danke, Sambia!


